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Jung wählt! Warum sollten junge Menschen wählen gehen?

Gemeinderatswahlen am 20 & 21. September 2020

Am Sonntag, den 20. September und evtl. Montag den 21. September werden in 113 Gemeinden in Südtirol die Gemeinderäte sowie die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister gewählt. Eine eventuelle Stichwahl für das Bürgermeisteramt ist am Sonntag, 4. Oktober vorgesehen.

Wir als KVW-Jugend möchten der Jugend aufzeigen, weshalb es wichtig und notwendig ist, sich bei den bevorstehenden Gemeinderatswahlen als junger Bürger bzw. als junge Bürgerin zu beteiligen und sein Stimmrecht zu gebrauchen. Schickt uns per E-Mail (jugend@kvw.org) oder direkt per Facebook @kvwjugend eine Nachricht mit folgendem Inhalt:

Die Jugend soll ihr Stimmrecht bei den Gemeinderatswahlen 2020 nutzen, weil

Anschließend werden wir laufend bis zu den Gemeinderatswahlen eure Statements auf Facebook veröffentlichen. Wir freuen uns auf interessante und anregende Ansichten.

Hier finden Sie alle Kanditaten der 113 Gemeinden. 

Warum sollte die Jugend wählen gehen?
Der Skatepark wir abgerissen, ein neuer Kinderspielplatz wird geplant, Jugendtreffs werden nur zu bestimmten Uhrzeiten geöffnet, Pausenhöfe der Schulen werden modern, aber nicht kinderfreundlich gestaltet usw. In sehr vielen Gemeinden in Südtirol finden solch wichtige Entscheidungen ohne die Beteiligung der direkt Betroffenen statt, der Jugend. Junge Menschen wollen mitreden!
Häufig werden bei stadtplanerischen Entscheidungen die jungen Menschen nicht nach ihren Wünschen gefragt, und wenn doch, dann wird dies von der städtischen Verwaltung wie Schulen, Vereinen oder anderen Organisationen übernommen. Gerade bei Kinder- bzw. Jugendthemen ist eine nachhaltige Verbindung der Gemeindepolitik zur Jugend enorm wichtig. Dies gilt besonders bei der Gestaltung von Freizeitangeboten wie Jugendtreffs oder Events sowie Park- und Grünflächen.
                                                                                                                        
Immer mehr Bürger und Bürgerinnen, darunter auch junge Menschen in Südtirol wollen mitreden, gehört werden, mitentscheiden und mitgestalten. Gerade auf lokalen Ebenen, wie in der eigenen Gemeinde, ist die Einbindung der Bürgerschaft in die politische Willensbildung gut umsetzbar. Das repräsentative System wird dadurch nicht angetastet, sondern sinnvoll ergänzt. Kinder und Jugendliche sind Experten in eigener Sache, denn sie können einiges dazu beitragen, dass ihr Lebensumfeld kind- und jugendgerecht gestaltet wird und Fehlplanungen vermieden werden. Besonders wichtig ist die Partizipation auf Gemeindeebene, da gerade hier die Belange des alltäglichen Lebens berührt werden. Beispiele wären diverse Freizeitgestaltungen, Wohnen, Verkehr, usw. Das wichtigste Ziel der Kinder und Jugendlichen in den Gemeinden ist die aktive Teilnahme an der Gestaltung ihrer Lebenswelt. Zudem geht es ihnen auch noch darum, die Jugendfreundlichkeit der Gemeinden zu erhöhen.
Natürlich muss man auch erwähnen, dass bei den Kindern und Jugendlichen das politische Interesse mal mehr und mal weniger verbreitet ist. Jugendliche befinden sich in einer Lebensphase, in der sich Interessen und Meinungen sehr schnell wandeln können. Gleichzeitig wird ihre Zeit bereits stark durch Ausbildung, Freizeitaktivitäten und familiäre Verpflichtungen in Anspruch genommen. Langfristige Beteiligungen sind daher mit Jugendlichen mit Vorsicht zu genießen. Interessanter und geeigneter sind stattdessen Formate, die jugendliche Menschen flexibel in ihren Alltag integrieren können und die in relativ kurzer Zeit zu sicht- bzw. erlebbaren Resultaten führen. Jungen Menschen sollte die aktive Partizipation an der Gemeindepolitik auch Spaß machen und gleichzeitig erleben sie spannende neue Erlebnisse mit ihren Freunden. Wenn jetzt beispielsweise die Stadtentwicklung bzw. die Dorfgestaltung zu den Zukunftsperspektiven bzw. Berufspläne der Jugendlichen passen, dann werden die jeweiligen Gemeindeprojekte für die jungen Menschen umso attraktiver. Dabei ist aber immer zu bedenken, dass Jugendliche bei komplex schwer durchdringenden Plänen nie alleine gelassen und ständig von Fachleuten begleitet werden sollten.

Politische Jugendpartizipation
Eine jede funktionierende Demokratie ist auf die Beteiligung und Mitbestimmung engagierter Menschen angewiesen. Um engagierte, aktive und politisch eigenständige junge Menschen zu fördern, muss durch eine demokratische Beteiligung, von klein auf die Basis geschaffen werden. Die Politik fördert dadurch das Engagement junger Menschen, die Identifikation mit der Gemeinde, der Schule und die Eigen- und Mitverantwortung junger Menschen erhöht sich
enorm. Umgekehrt lernen Erwachsene die Ideen, Visionen und Bedürfnisse von jungen Menschen kennen, es verstärkt sich die intergenerative Kommunikation zwischen Jugend und Politik und die knappen Finanzmittel werden gezielter eingesetzt und Fehlplanungen vermieden. Auch Politiker begrüßen bürgerschaftliches Engagement, speziell die ehrenamtliche Tätigkeit im Sozialwesen, im Sport und in der Kultur wird anerkannt und gefördert. In einer Demokratie hat das Verhältnis der Jugend zur Politik eine sehr starke Bedeutung, denn die Verbindung von Jugend zur Politik beeinflusst wesentlich die Reproduktionsbedingungen demokratischer Verhältnisse. Demokratie beruht darauf, dass verbindliche Entscheidungen auf dem Willen des Volkes beruhen sollten. Das setzt natürlich auf Seiten der Bürgerinnen und Bürger ein gewisses Interesse und bestimmte Grundkenntnisse an Politik sowie auch die Bereitschaft zur politischen Partizipation voraus.
Neben der Kunst und Kultur sowie der Religion gehört die Politik zu den am wenigsten bedeutsamen Lebensbereichen für junge Menschen. Jugendliche und junge Erwachsene mit höheren Bildungsabschlüssen schreiben der Politik im Vergleich mit anderen Lebensbereichen mehr Bedeutung zu, als diejenigen mit niedrigeren Bildungsqualifikationen, ebenso wie männliche Jugendliche im Vergleich zu weiblichen. Dasselbe Phänomen ist beim politischen Interesse zu beobachten. Aufmerksamkeit für politische Belange zu entwickeln, setzt eine gewisse Lebenserfahrung voraus. Die jüngeren Altersgruppen haben daher ein deutlich geringeres politisches Interesse als die Älteren.
 
Vorteile einer Bürgerbeteiligung junger Menschen in lokaler Ebene
 
  • Mehr Legitimation
Die Legitimation (Berechtigung) von politischen Entscheidungen wird durch die Beteiligung junger Menschen gestärkt.
 
  • Mehr Mitverantwortung
Durch die Mitwirkung junger Bürger wird auch mehr spezifisches Bürgerwissen erschlossen und es kann eine von breiteren Kreisen mitgetragene Lösung erreicht werden.
 
  • Mehr Repräsentativität
Die Bürgerbeteiligung verbessert die Qualität der Demokratie. Minderheiten kommen besser zu Wort.
 
  • Mehr Kommunikation
Bürger (jung und alt) können sich im Dialog untereinander verständigen, partizipativ Meinungsverschiedenheiten klären und abstimmen. Voraussetzungen: Toleranz üben und über Partikularinteressen hinaus zu denken.
 
  • Mehr Gerechtigkeit
Jeder wird in Entscheidungen miteinbezogen. Wählen allein ist nicht genug, die wahre Stärke der Demokratie ist der Prozess, an dem möglichst viele teilnehmen können und sollen.